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Freitag, 04. März 2005 | 23.45 Uhr
Bli, Bla, Bloggi :-)
Wenn Worten Taten folgen...
Samstag, 26. Februar 2005 | 22.35 Uhr
Von Kachelöfen und Sockengegnern
Temperaturen bei denen ich mir nostalgisch schwärmend den guten alten Kachelofen aus meinem ersten eigenen Wohnzimmer zurückwünschen könnte. Da konnte man sich so schön anlehnen oder mit ‘nem Stuhl davorsetzen, die kalten Füße dranhalten und lesen... eine Wärme hat der Gute ausgestrahlt! Kein Vergleich zu der unromantischen Gasheizung heute. Allerdings müsste ich dazu äußerst unangenehme Teile dieser verklärten Erinnerung radikal ausblenden:
1. Brachte der Kohlenmann nie pünktlich die bestellte Kohle 2. War das Reinschippen mehr als ätzend 3. Kohlen aus dem Spinnenkeller drei Treppen tiefer zu holen, war auch kein Sahneschlecken 4. Weißer Kohlenanzünder brauchte ewig bis er anbrannte und den braunen gab’s oft nur unterm Ladentisch 5. Nachlegen 6. Das verkohlte Linoleum vor dem Ofen 7. Mit dem Feuerhaken in der Asche rumrütteln 8. Den richtigen Zeitpunkt des Zudrehens erwischen 9. Den Aschekasten leeren 10. Hat doch ganz schön gedauert bis es überall richtig warm war 11. Unser Bezirksschornsteinfeger war ein miesgelaunter, pedantischer Typ und hatte so gar nichts von ‘nem Glücksbringer
Aporopos kalte Füße - dieser Mann hat damit garantiert kein Problem. ;-) [Gefunden in der Mitteldeutschen Zeitung]
| 22.10 Uhr
Stasiopfer
„Demokratie funktioniert nur, wenn alle mitmachen" – das gilt allerdings auch für Diktaturen.
»[...]Sind richtige Gefühle im falschen Staat unerlaubt? Das wäre an- maßend. Jeder hat das Recht, sich an seine eigene Geschichte zu erinnern. Auch Ossis. Ausschlaggebend scheint mir in diesem Erinnerungswust nicht, dass, sondern wie man sich erinnert. Denn der Blick auf das Private ist das eine, die Verharmlosung eines menschenverachtenden Systems etwas ganz anderes. Hier scheint mir der Kern des ostdeutschen Pudels zu liegen. War doch nicht alles schlecht. Das Problem an diesem Satz ist, dass er eigentlich meint: War doch alles gut. Aber das war's nicht. [...]«
[Der ganze Beitrag von Claudia Rusch]
Stasiopfer - ein Substantiv dessen Klang allein schon die unterschiedlichsten Emotionen im Leser wecken wird. Das Spektrum wird wohl vom allgemein sehr deutschem „Das war früher, lassen wir die Vergangenheit in Frieden ruhen.” über das „Total übertrieben!”, eventuell zum interessierten Klick Nichtbetroffener oder Themenun-/kundiger bis hin zu Desinteresse reichen. Wenigstens erfährt man auf Stasiopfer.de etwas über die andere, gefährliche Seite der vergangenen Bananenschlangenrepublik. Von Akten, Abhörprotokollen und Observationen...
»Als Ergebnis der Schaumschlägerei, die sich juristische Aufarbeitung der DDR-Diktatur nannte [...], sind immerhin rund 21.500 Verfahren zu- gelassen worden, von denen weniger als zwei Prozent mit einer Be- währungs- oder Geldstrafe endeten. Lediglich 25 Personen wurden zu Gefängnisstrafen mit täglichem Ausgang verurteilt, und das nach Exzeß- taten, die auch nach DDR-Strafrecht hätten verfolgt werden müssen. Wenn das die Antwort der Juristen ist, müssen diejenigen, die sich erlaubten, die Diktatur zu bekämpfen, einen Fehler begangen haben.[...]« [Aus:„Was bleibt, ist Verlegenheit” von Siegmar Faust]
| 09.40 Uhr
Durchaus denkbar
»Wenn wir weiterhin die Gehirne der nächsten Generationen derart zu- müllen, werden wir es sein, die in 20 Jahren die T-Shirts für China nähen.«
Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer zum Thema „Vorsicht Bildschirm!” in „3nach9”
Kam gestern Nacht und war mal wieder eine richtig gute Sendung. Interessant auch den Vater provokanter Werbespots, Jean Remy von Matt (z.B. „Geiz ist geil”) im Interview zu sehen.
Freitag, 25. Februar 2005 | 21.30 Uhr
Negativbilanz
Nehm ich Rosenholz oder Lavendel in’s Badewasser...? Tja, das sind schon schwerwiegende Entscheidungen, mit denen ich mich hier so am Freitagabend rumplage. ;-) Stichwort Lavendel - ich war neulich im Garten. Nee, nicht Schnee umgraben. Ich brauchte partymäßig einen zusätzlichen Tisch aus der Laube. War komisch... unberührter Boden, nur die Spuren einer Katze im Schnee und völlige Stille. Wird Zeit, dass Frühling wird. Aber erstmal mach ich drei Kreuze wenn der Februar rum ist:
- 3 Strafzettel - 1 defekter + zwangsläufig - 1 neuer Fernseher - 1 Ablehnung des Widerpruchs auf’m Amt - und die Quittung für meinen blondinenhaften Unfall: 40.- Eus mehr Haftpflicht im Monat
Dürfte reichen. Fairnesshalber müsste ich jetzt auch die netten Dinge der letzten vier Wochen aufschreiben. Mach ich aber nicht. :-)
| 20.20 Uhr
Wetterbericht
Es schneit und schneit und schneit...

Merseburg, Gotthardteich

Merseburg, „Orangerie” im Schlossgarten

Merseburg, Skulptur „Lesender” Gotthardteich Photos © Merco-MTW 2005
In diesen Zeiten Wenn das Eis in den Flüssen kracht und sich als Eiszeit aufs Land schiebt, wenn die Kälte wie eine große Fahne über dem Land knallt und der Frost als weißer Meister nach jeder versteckten Wärme sucht, wenn die Wahrheit einschneit, wie eine Blockhütte, ohne Spuren zu ihr hin und von ihr fort,
dann achte auf Kleinigkeiten, auf deine spröden, aufbrechenden Lippen, die kaum sprechen mögen und nicht mehr küssen können, auf das Bellen der Wölfe im Wald, die sich an ihrem Hunger verschlucken. Achte auf deinen Vorrat an Kerzen wenn die Dunkelheit dichter wird als du sie ertragen kannst.
Vielleicht schmilzt ab jetzt das Eis nicht mehr und der Fluss fließt unsichtbar unter seiner weißen Decke durchs Dorf. Dann suche nach dem orangenen Schein eines Fensters, nach dem flackernden Licht, nach dieser kleinen Hoffnung – nicht größer als eine Scheibe Brot, eine Tasse Tee, ein Augenpaar.
Ulrich Schaffer
Donnerstag, 24. Februar 2005 | 22.58 Uhr
Die Glaskugel

Photo © Chris Nurse
Es kommt vor, dass der Alltag meine Welt klein werden lässt. So winzig, dass sie in eine handgroße Glaskugel passt. Die Wände der Kugel sind fühlbar. Es wird eng. Bis mir plötzlich wieder einfällt, dass eine unbedachte Bewegung oder ein zufälliger Stoß von außen reichen würde, um dieses zarte, schützende Gebilde wie eine Seifenblase platzen zu lassen. Froh, das ich das bedacht habe, setze ich die Kugel in Bewegung. Rolle mit ihr in die Küche, hole Fensterputz und wische sie sorgsam blank.
» [...] Manchmal ist die Selbstverständlichkeit unser ärgster Feind. Was wir eine Zeit lang besessen haben, nehmen wir als selbstverständlich hin. "Weil es jetzt so ist, wird es immer so sein", meinen wir. Wir sagen es zwar nicht, aber wir glauben es. Und dann kommt die Veränderung. [...] Es ist gut, diese Veränderung schon im Kopf zu haben, um von ihr nicht aus den Schuhen gehauen zu werden. Die einzige Sicherheit die wir haben, ist, dass sich alles verändert. [...]«
Aus: „Haben, als hätte man nicht” Ulrich Schaffer
Erholsames Wochenende wünsch ich euch - und den baldigen Geburtstagskindern meiner Blogrunde ein ganz besonders schönes. ;-)
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